Datum

17 Okt 2020

Uhrzeit

20:00

Preis

6,00€

Der Automat

Literaturoper frei nach der Erzählung „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann

Sind die von Menschenhand erfundenen Welten künstlicher Intelligenz und interagierender Maschine Heil oder Fluch künftiger Generationen? In einer Zeit, in der sich die künstliche Intelligenz stürmisch entwickelt und einen Erfolg nach dem anderen feiert, künstliche Systeme immer mehr lernen und Milliarden in die Erforschung neuer Systeme gesteckt werden, stellt sich zunehmend die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine, von den Rollen, die diese in der Zukunft einnehmen werden.

Als hätte E.T.A. Hoffmann (1776-1822) diese Frage vorausgeahnt, beschreibt er in einem seiner Nachtstücke „Der Sandmann“, das 1816 erschienen ist und der Literaturepoche der Romantik zugeordnet wird, alle Ambivalenzen der Beziehung von Mensch und Automat.

Wichtige Merkmale der Romantik waren Weltflucht, die Freiheit des Individuums und sowie die Vorliebe für das Dunkle, Rätselhafte und Mythische. In einer Zeit politischer Hochspannung entstand eine allgemeine Verunsicherung in der Gesellschaft.  Die Abkehr von der Realität, die Vermischung von wirklicher und realer Welt und eine Hinwendung zu einer fantastischen Gegenwelt wird auch in E.T.A. Hoffmanns Erzählung thematisiert. Zudem interessiert er sich, wie viele seiner Zeitgenossen für mechanische Kunstwerke, verbunden mit der Frage nach dem Sinn und den Möglichkeiten der menschlichen Existenz, nach Freiheit oder Unfreiheit und der Unterwerfung des Menschen unter ein maschinalisiertes, geistloses Leben.

Ein junger Mann beginnt sein Studium an einer Universität. Sein Professor beschäftigt sich mit der Konstruktion von Automaten und benutzt den neuen Studenten für ein Experiment, das beweisen soll, wie interaktiv seine erschaffenen Maschinen bereits mit Menschen in Beziehung treten können. Doch in Wahrheit verläuft die Begegnung von Mensch und Maschine nur erfolgreich, weil der junge Nathanael die ungelenke Puppe in seiner Einbildung zu etwas Lebendigem stilisiert. Er flüchtet in eine Traum- und Fantasiewelt, in der Wahnsinn und Realität nicht mehr klar voneinander zu trennen sind und ist gezwungen, sein Studium abzubrechen. Zu einem späteren Zeitpunkt taucht eine Person auf, die Nathanaels Erkrankung von neuem auslöst. Die Erzählung endet mit einem Showdown, der der Szenerie eines Action-Thrillers gleichkommt.

Man darf gespannt sein, wie es Andreas Durban (Libretto und Regie) und Michael Gehrisen (Musik) gelingt, diesen Stoff, der im Rahmen des Sommerblutfestivals erstmalig aufgeführten Literaturoper „Der Automat“, umzusetzen. Wie schon in den vergangenen Jahren, ist die Literaturoper fester Bestandteil des Sommerblutfestivals, das sich in diesem Jahr den Schwerpunkt „Zukunft“ widmet. Spielort wird diesmal das Urania Theater in Köln Ehrenfeld sein.

KOMPONIST Henrik Albrecht
LIBRETTO Andreas Durban
MUSIKALISCHE LEITUNG Georg Leisse
Mit Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz Köln

17. | 18. | 24. | 25. Oktober 2020, 20:00 Uhr